Aawangen-Häuslenen

Das beschauliche Aawangen mit Kirche und stattlichem Pfarrhaus blieb bislang von der baulichen Entwicklung weitgehend unberührt. Dagegen kannte Häuslenen an der Staatsstrasse nach Frauenfeld seit den 1970er Jahren eine rege Bautätigkeit. 

Aawangen, im Jahre 839 als „Oninwanc“ erstmals erwähnt, umfasst auch die Ortschaft Häuslenen sowie die Weiler Burg, Friedtal, Huzenwil und Moos. Es gehört seit 1247 dem Stift Kreuzlingen, dem 1280 auch noch die Kirche St. Michael einverleibt wird. Das jetzige Gotteshaus stammt vermutlich aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und wird 1659 um ein Chor erweitert. Zum evangelischen Glauben tritt Aawangen 1529 über. Seit 1910 amtet der Pfarrer von Aadorf gleichzeitig als Seelsorger in Aawangen, und die evangelische Kirchgemeinde Aawangen wird 1967 mit jener von Aadorf vereinigt. Beachtenswert in Aawangen sind das 1825 neu erbaute Pfarrhaus und das Spruchhaus von 1755 mit neun über die Mauerflächen verteilten Sprüchen religiös-moralischen Charakters.

Häuslenen entwickelt sich erst im 18. Jahrhundert um die an der Landstrasse nach Frauenfeld gelegene Wirtschaft „Häusli“ zu einer Siedlung. Im Holztürmchen auf dem Dach des früheren Schulhauses hängt eine vorreformatorische Glocke der Kirche Aawangen.

Der Dorfteil Burg, am Hügel gegen Hagenbuch zu, entsteht als zur einstigen Feste Hagenbuch gehörende Häusergruppe. Die alte Hochwacht bildet seit 1427 einen markanten Grenzpunkt zwischen den Grafschaften Kyburg und Thurgau. 1340-1522 untersteht Aawangen den Herren von Hohenlandenberg, seither wieder dem Kloster Kreuzlingen, bis 1704 die Gerichtsbarkeit an die Familie Rüepplin kommt. 

In den Jahren 1628-1635 grassieren die rote Ruhr, die Pocken und die Pest in der Gegend. 1804 trennt sich Aawangen schulisch von Hagenbuch und gründet eine eigene Schule. Schulort seit 1827 ist und bleibt indes Häuslenen. 1971 wird die Primarschulgemeinde Aawangen dem Oberstufenkreis Halingen angeschlossen. Damit die Politische Gemeinde Aadorf auch schulisch eine Einheit bildet, wurde Häuslenen-Aawangen inzwischen zur Volksschulgemeinde Aadorf umgeteilt, nachdem die Primarschulgemeinde an der Strasse nach Huzenwil 1988 ein neues Schulhaus beziehen konnte.

In den Jahren 1943-1948 führt Aawangen-Häuslenen die Güterzusammenlegung durch; damals entsteht das gegenwärtige Flurstrassennetz. Zwei Jahrzehnte später teilt die Autobahn A1 das Gemeindegebiet in zwei Teile. Während Aawangen ein stilles Dörfchen bleibt, erlebt Häuslenen in den 1970er und 1980er Jahren eine rege Bautätigkeit. Um die Dorfkultur (Bundesfeier usw.) kümmert sich der Dorfverein Aawangen-Häuslenen.      

Ortswappen: In Schwarz ein gelber Krummstab.

Aawangen um 1950